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Stoffwindel-Erstausstattung – 5 Monate später

Im Oktober habe ich eine Übersicht unserer Stoffwindel-Ausstattung gepostet. Heute, nach ungefähr 5 Monaten mit Baby, kann ich sagen, was davon wir wirklich brauchen. Wir haben viel ausprobiert, Geld investiert, hatten den ein oder anderen Unfall und haben letztendlich für uns ein passendes System gefunden.

Ich hatte mich im Vorhinein durchaus informiert – über Bindewindeln, All-in-One Systeme, Höschenwindeln, Prefolds, Überhosen… Aber was dann im Alltag und mit dem echten Baby wirklich passt, steht auf einem anderen Blatt. Mittlerweile benutzen wir verschiedene Windeln für tagsüber zu Hause, unterwegs und nachts.


Tagsüber

Zu Hause benutzen wir tagsüber Überhosen mit Baumwoll-Prefolds. Getestet haben wir Überhosen von Rumparooz, Blueberry und Milovia, sowie Prefolds von Cosies, xkko und Blueberry. Man faltet die Prefolds zusammen, legt sie in die Überhose, und ab damit ans Baby. Optional kann man noch ein Windelvlies aus Papier oder Stoff drauflegen, um die Feuchtigkeit von der Haut und die festeren Bestandteile von der Überhose fernzuhalten. Papiervlies haben wir bisher von Stoffywelt und Disana getestet, Stofffleece von Little Lamb und TotsBots.

Meine persönlichen Favoriten sind die Überhosen von Milovia (dicht gefolgt von Blueberry) zusammen mit den Cosies Prefolds und den Little Lamb Fleecy Liners. Und so sieht das Ganze dann aus:

Wir haben mittlerweile 9 Überhosen in Größe 2, 26 große und 40 kleine Prefolds, und 15 Fleeceeinlagen. Das reicht dicke, nur die Fleeceeinlagen gehen manchmal aus, dann benutze ich eben Papiervlies oder gar keine Auflage.


Nachts

Nachtwindeln aus Stoff sind für uns eine große Herausforderung. Meine Tochter wird nachts oft wach und trinkt, und dementsprechend wird die Windel eben auch viel beansprucht. Wir wickeln aber nur einmal pro Nacht, also muss die Windel eine große Menge Flüssigkeit aufsaugen können.

Probiert haben wir verschiedene Höschenwindeln (TotsBots Bamboozles, Hu-Da One Size, Anavy XL, Petit Lulu, Fluffy Fly) mit TotsBots und Blueberry Überhosen. In der Regel haben die Windeln auch dicht gehalten, einige machen aber ein echt riesiges Paket und alle sind bei uns nach der halben Nacht klitschnass. Also so richtig, mit nassem und klebrigem Baby.

Dazu kommt noch die verhältnismäßig lange Trockenzeit der dicken Höschenwindeln. Bei zwei Windeln pro Nacht und einem Waschgang alle drei Tage braucht man ja schonmal sechs Nachtwindeln. Wir haben keinen Wäschetrockner, und wenn es drei Tage dauert, bis die Windeln trocken sind, brauchen wir ja nochmal sechs Windeln. Zwölf Nachtwindeln plus Überhosen sind aber verdammt teuer, das Geld würde ich erst investieren, wenn ich mit dem System auch wirklich hundertprozentig zufrieden bin.

Weil wir aber weder 3 – 4 Mal pro nacht wickeln noch unsere Tochter in einer wirklich nassen Windel schlafen lassen wollen, benutzen wir in der Nacht meistens profane Wegwerfwindeln. Da reichen zwei locker aus und das Kind ist trocken. Vielleicht steigen wir ja noch auf Stoff um, wenn die perfekte Windel um die Ecke kommt oder die Kleine nachts weniger pinkelt.


Unterwegs

Unterwegs benutzen wir meistens All-in-One Windeln. Zwar packe ich auch immer mal wieder fertig gestopfte Überhosen ein, ich finde es aber außerhalb von zu Hause in der Regel praktischer, wenn man die komplette Windel einfach tauschen kann. Neue Windel ran, alte in die Nasstasche, kein Falten oder Sortieren, falls in der Wickeltasche ein Prefold rausgerutscht ist oder so.

In unserer Wickeltasche finden sich je eine BumGenius Freetime, TotsBots EasyFit und Pop-In mit Minky-Einlage. Okay, die Pop-In ist genau genommen keine All-in-One Windel, wir benutzen sie aber so. Als wir noch die Neugeborenen-Größen benutzt haben, hatten wir eine BlueBerry Simplex und zwei ImseVimse All-in-Ones. Je nach Laune und Vorbereitungsstand habe ich auch Papiervlies oder Stofffleece oder gar nichts für obendrauf dabei.

Neben einer Nasstasche für die gebrauchten Windeln haben wir für unterwegs einen Hoppediz Wickelmaxx und eine SkipHop Box für feuchte Waschlappen. Da wir nicht jeden Tag mit kompletter Wickeltasche unterwegs sind, reichen uns vier All-in-One Windeln und zwei Nasstaschen in der Regel aus. Wenn wir doch mal an mehreren Tagen nacheinander länger draußen sind, packe ich noch Überhosen mit Prefolds ein und verwende entweder eine Nasstasche zwei Mal oder nehme einfach einen Müllbeutel.


Soweit also unsere jetzigen Erfahrungen. Nach einigem Hin und Her kann ich sagen, dass wir jetzt wirklich alles zusammenhaben, was wir brauchen – ich würde höchstens noch ein oder zwei All-in-One Windeln oder Fleecy Liners kaufen. Bis auf nachts kommen wir auch echt super klar. Ich würde mich zwar freuen, wenn wir auch in der Nacht auf Stoff umsteigen könnten, aber auch so sparen wir schon eine Menge Müll und müssen nicht so häufig neue Windeln kaufen wie andere Eltern. Als nächstes berichte ich gern über unsere Erfahrungen mit den verschiedenen Windeln.

Und übrigens: auch wenn ich hier verschiedene Marken nenne und empfehle oder auch nicht, wir haben alle Windeln selbst gekauft und ich werde von keinem Hersteller gesponsort.

Stoffwindel-Erstausstattung

Ich als Öko-Mutti wickle ja mit Stoffwindeln. Ich finde es gut, nicht so viel Plastikmüll zu produzieren, und ich habe auch Spaß dran. Klar, es ist erstmal teuer in der Erstanschaffung und auch aufwändig – man ist ständig am Waschen, Aufhängen, Zusammenbauen. Deshalb würde ich es niemandem empfehlen, der nicht zumindest auch ein bisschen Enthusiasmus mitbringt. Für uns passt es aber, und wir sparen einen Haufen Müll. Ich will hier gar nicht groß mit der Ökobilanz anfangen, schließlich verbrauchen wir mehr Wasser und Strom, und die Herstellung der Stoffwindeln ist sicherlich auch nicht immer nur ökologisch einwandfrei. Aber nachdem wir nur die allererste Lebenswoche mit Wegwerfwindeln gewickelt haben, war unsere Mülltonne voll. Und zwar voll voll, wir haben dann die der Nachbarn mitbenutzt. Dass ich das vermeiden kann und der Popo meines Babys dann auch noch in süßen Mustern verpackt ist, reicht mir.

Nachdem ich mich in der Schwangerschaft eine Weile mit den verschiedenen Systemen auseinandergesetzt hatte, habe ich eine Erstausstattung bestellt. Für uns war klar, wir wollen keine Bindewindeln, weil uns das dann doch zu weit weg vom “normalen” Drauflegen und Zukleben ist. Deshalb gab es als erstes zum Probieren eine Mischung aus All-in-One Windeln, Überhosen mit Prefolds, und Höschenwindeln. Das sah dann so aus:

All-in-Ones:

  • 1 Blueberry Simplex in Neugeborenengröße
  • 1 BumGenius Freetime, one Size
  • 2 ImseVimse Windeln in Neugeborenengröße
  • 1 TotsBots EasyFit, one Size

Überhosen / Prefolds

  • 1 Rumparooz Überhose in Größe 1
  • 2 Blueberry Capri Überhose in Größe 1
  • 1 TotsBots Stretchy Wrap Überhose in Größe 1
  • 10 Cosies Prefolds in Größe 1
  • 1 Thirsties Duo Hanf Prefold in Größe 1

Höschenwindeln

  • 1 Petit Lulu Höschenwindel in Größe 1
  • 1 Hu-Da Höschenwindel, one Size
  • 2 TotsBots Bamboozle in Größe 1

Nach knapp drei Monaten Wickelzeit kann ich jetzt sagen: das war an sich eine gute Auswahl, nur von allem zu wenig. Das einzige, was wir fast gar nicht benutzt haben, ist die Thirsties Hanf Einlage. Ich hab zwar ein paar Mal mit verschiedenen Lagen gebastelt, aber insgesamt wurde das Paket dann zu dick und ich hab den Vorteil auch nicht so richtig gemerkt.

In nächster Zeit werde ich dann mal meine Meinung zu den einzelnen Windeln, Überhosen und Einlagen posten, unsere persönliche Kosten-/Nutzenrechnung vorstellen, und was mir sonst noch alles einfällt.