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Hexenhaus 2015 (mit Rezept)

Wie es in meiner Familie Tradition ist, so gab es auch dieses Jahr wieder ein Hexenhaus aus Lebkuchen. Da meine eigene Tochter noch ein bisschen zu klein dafür ist, habe ich dieses Jahr eins für meine Neffen gebacken. Außerdem gab es noch ein zweites für die Kollegen.

Das Rezept, das ich benutze, stand mal in irgendeiner Hausfrauenzeitschrift in den 50er oder 60er Jahren. Ich durfte es von meiner Oma abschreiben und teile es heute hier – zusammen mit den Tipps von Omma und mir. 😉


Zutaten

  • 1 Glas Honig
  • 250 g Zucker
  • 250 g Biskin
  • 1 kg Mehl
  • 50 g Kakao
  • 1 Gewürzmischung Lebkuchen (oder ca. 10 g Zimt, 10 g Kardamom und 5 g Nelken)
  • 2 Eier
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 5 Eiweiß
  • 1 kg Puderzucker
  • Süßigkeiten zum Verzieren
  •  
  • Backpapier
  • 12 – 15 lange Stecknadeln

Zeitbedarf: etwa 3 – 4 Stunden, verteilt über zwei Tage.


Lebkuchenteig zubereiten

Den Honig mit Zucker und Biskin erhitzen bis kurz vor dem Aufkochen, dann abkühlen lassen. Das Mehl mit dem Kakao und den Gewürzen durchsieben und löffelweise unter die Honigmasse rühren. Die Eier hinzugeben und zum Schluss das Backpulver daruntermischen. Alles zu einem glatten Teig verkneten und ca. eine halbe Stunde ruhen lassen.

Ich finde es immer wieder beachtlich, dass da tatsächlich so ein Block Biskin, ein ganzes Glas Honig und ein komplettes Kilo Mehl vermischt werden. Und dass 50 g Kakao reichen, um alles schön braun zu färben. Beim Unterheben des Mehls hat bei mir schon so mancher Handrührer schlapp gemacht – da muss man dann eben von Hand ran. Hilfreich ist es auch, immer dann ein Ei reinzuschlagen, wenn der Teig zu fest wird.

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Hausteile backen

Den Lebkuchenteig ca. 1,5 cm dick ausrollen und die Hausteile (2 Seitenwände à 23 x 9,5 cm, 2 Dachhälften à 17 x 28 cm, 2 Giebel à 10 x 15 cm) ausschneiden. Im vorgeheizten Ofen bei 200° etwa 15 – 20 Minuten backen und auf Gittern auskühlen lassen. Sollten sich die Hausteile beim Backen verformen, kann man sie, solange sie noch heiß sind, nachschneiden.

Für die Hausteile macht es Sinn, Schablonen aus Backpapier auszuschneiden. So hat man die Maße immer parat und muss nicht am Lebkuchen rummessen. Die Giebelteile sind dabei natürlich nicht rechteckig, sondern fünfeckig und in einen von beiden sollte man schon vor dem Backen eine Tür schneiden. Verformte Teile können dann auch mit Hilfe der Schablonen nachgeschnitten werden, aber wirklich direkt nach dem Backen. Wenn der Lebkuchen schon abgekühlt ist, bricht er. Sollten die Schablonen sich beim Nachschneiden wegen der Hitze aufrollen, kann man sie mit Stecknadeln fixieren.

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Hausteile verzieren

Das Eiweiß sehr steif schlagen und nach und nach den gesiebten Puderzucker darunterrühren. Den Zuckerguss auf die kalten Hausteile auftragen und mit den Süßigkeiten verzieren.

Etwa die Hälfte des Zuckergusses braucht ihr später zum Zusammenkleben des Hauses. Ihr könnt ihn über Nacht in den Kühlschrank stellen und am nächsten Tag noch einmal rühren, oder ihr macht einfach zwei Fuhren. Und nein, ein Kilo Puderzucker ist auch hier nicht übertrieben. Der Guss muss schließlich auch was halten. Nehmt ruhig eine ordentliche Menge Guss, sonst fallen euch die Süßigkeiten beim Zusammensetzen wieder runter, das ist dann ärgerlich. Wenn ihr mit dem Verzieren fertig seid, ist die Arbeit für den ersten Tag getan, denn die Hausteile müssen über Nacht trocknen. Wenn ihr sie zu früh aufstellt, fällt alles auseinander.

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Haus zusammensetzen

Bevor man das Haus zusammensetzt, müssen die Süßigkeiten fest angetrocknet sein. Die Hausecken von innen und außen gut mit Guss bestreichen, zusammensetzen und eine Stunde trocknen lassen. Dann die Giebel und den oberen Teil der Seitenwände dick mit Guss bestreichen und die Dachhälften darauflegen. Um den Garten tief verschneit erscheinen zu lassen, den Boden dick mit Puderzucker bestäuben.

Mit Zuckerguss einpinseln, zusammensetzen, trocknen lassen – das klingt jetzt so einfach. Wie oft sind mir die Hausecken schon entgegengekommen, oder das Dach runtergerutscht, und es hat einfach nicht gehalten! Deshalb jetzt hier der Profi-Tipp von Omma: nehmt ein paar lange Stecknadeln und steckt die Hausteile zusammen. Dabei solltet ihr euch unbedingt merken, wie viele Nadeln ihr benutzt habt und wo sie stecken, damit nicht später eine böse Überraschung wartet. Bei den Hauswänden solltet ihr die Nadeln auch möglichst tief ansetzen, da man an den oberen Teil später nicht mehr drankommt, wenn das Dach drauf liegt. Zusätzlich zu den Stecknadeln kann man die Dachhälften dann auch noch abstützen, zum Beispiel mit Gläsern oder irgendetwas, das die richtige Höhe hat. Auch hier gilt: seid nicht sparsam mit dem Zuckerguss! Beim Zusammensetzen hat man immer das Gefühl, das könnte nie halten, aber wenn ihr genug Guss nehmt, könnt ihr die Gläser und Nadeln nach 24 Stunden entfernen und alles hält bombenfest.

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Zu guter Letzt sollte man das Haus nicht sofort essen, sondern eine Weile stehen lassen. Der Lebkuchen ist direkt nach dem Backen sehr weich und wird dann langsam hart. Aber keine Sorge, wenn man ihn nach dem “Schlachten” des Hexenhauses in einer Blechdose aufbewahrt, wird er wieder weicher und hält sich ewig. Bei uns ist es Tradition, das Haus im November zu backen und zu Heilige Drei Könige am 6. Januar zu schlachten.

Hexenhaus 2013

Bei uns ist es quasi Familientradition, im November ein Hexenhaus zu backen, das am 6. Januar vernichtet wird. Warum genau am 6. Januar, weiß ich auch nicht. Das Rezept stammt von meiner Oma, die früher jedes Jahr ganze vier Stück davon gebacken hat.

Mein diesjähriges Hexenhaus kommt ziemlich spät, weil ich im November nicht dazu gekommen bin. Daher wird es auch nur kurz stehen, weil es nächstes Jahr am 3. Januar abgerissen wird.

Bei den Fotos ist auch noch eins vom letzten Jahr dabei – irgendwie sehen die bei mir jedes Jahr gleich aus.